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Das Bellevue in Andermatt 1872-1986
Die Idee, ein Alpental zu entdecken und touristisch zu erschliessen, diese Idee ist so alt wie das Konzept, an diesem scheinbar unberührten Flecken ein städtisch geprägtes Alpen-Resort für ein grossstadtmüdes Luxuspublikum zu schaffen. Das Urserntal in den Schweizer Alpen kennt diese Geschichte seit 150 Jahren. Zwischen 1870 und 1872 bauete der Andermatter Sebastian Christen-Kesselbach in Andermatt sein exklusives GRANDHOTEL BELLEVUE für wohlhabende Durchreisende. Nach zehn erfolgreichen Betriebsjahren drohte 1882 mit der Eröffnung des Gotthardeisenbahntunnels der lukrative Passverkehr durch das Urserental zu versiegen. Der findige BELLEVUE-Hotelier machte aus der Not eine Tugend und lancierte sein Nobelhotel kurzerhand als Kurhaus mit dem Ziel, Andermatt von einer Durchreisestation zum touristischen Reiseziel umzubauen. Während dem Kurbetrieb nur mässig Erfolg vergönnt war, erlebte das BELLEVUE unter seiner zweiten Hotelierfamilie Müller-Meyer zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Einführung der Wintersportsaison goldene Zeiten.
Mit seiner Karriere vom Passantenhotel über das Kurhaus, dem Grandhotel Palace bis hin zur Hotelruine erzählt das BELLEVUE vom Pioniergeist seiner Hoteliers und der nicht ganz konfliktfreien Erziehung der Talschaft zur guten Gastgeberin, sowie vom Glamour als auch vom Scheitern des ersten luxustouristischen Traums in Andermatt. Die Historikerin Silvia Scheuerer begibt sich mit dem BELLEVUE auf Spurensuche nach einem unerforschten Kapitel der Talgeschichte und skizziert anhand des fragmentarisch-bunten Quellenbestandes aus Text, Bild und Erinnerungen eine Kulturgeschichte des Tourismus.
Preis : SFr. 29.00



